#6 Exotique erotikGrüne Schätze

Florale
 Träumereien

Lassen Sie sich von diesen extravaganten Blumenfunden überraschen und verzaubern.

Text von Angel Trinidad

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Rokoko-Schmetterling

Die sogenannte „Chinoiserie” wurde im Europa des 18. Jahrhunderts durch den zunehmenden Handel mit China und Ostasien populär, hinzu kam die Faszination an diesen exotischen Kulturen im fernen Osten. Der Begriff stammt vom Wort „chinesisch” ab und beschreibt die europäische Interpretation ostasiatischen Kunsttraditionen, insbesondere in der dekorativen Kunst. Die Chinoiserie verfügt über deutliche Parallelen zum Rokoko, denn beide Stile zeichnen sich durch üppige Verzierungen aus, zitieren eine asymmetrische Formensprache und thematische Inhalte aus den Bereichen „Freizeit und Vergnügen”. Auf Chinoiserie-Tapeten werden häufig extravagante Blumenmuster, Pagoden und andere exotische Motive gezeigt: filigrane Vögel, die über vollen Blüten schweben, Bambuspflanzen, die sich elegant im Wind wiegen, Schmetterlinge, die auf silbernen Blättern landen.

Chinois-Wanddekor auf rosafarbenem Grund von ZUBER

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Florale
 Träumereien

Lassen Sie sich von diesen extravaganten Blumenfunden überraschen und verzaubern.

Text von Angel Trinidad

Rokoko-Schmetterling

Die sogenannte „Chinoiserie” wurde im Europa des 18. Jahrhunderts durch den zunehmenden Handel mit China und Ostasien populär, hinzu kam die Faszination an diesen exotischen Kulturen im fernen Osten. Der Begriff stammt vom Wort „chinesisch” ab und beschreibt die europäische Interpretation ostasiatischen Kunsttraditionen, insbesondere in der dekorativen Kunst. Die Chinoiserie verfügt über deutliche Parallelen zum Rokoko, denn beide Stile zeichnen sich durch üppige Verzierungen aus, zitieren eine asymmetrische Formensprache und thematische Inhalte aus den Bereichen „Freizeit und Vergnügen”. Auf Chinoiserie-Tapeten werden häufig extravagante Blumenmuster, Pagoden und andere exotische Motive gezeigt: filigrane Vögel, die über vollen Blüten schweben, Bambuspflanzen, die sich elegant im Wind wiegen, Schmetterlinge, die auf silbernen Blättern landen.

Chinois-Wanddekor auf rosafarbenem Grund von ZUBER

Wenn diese Wände sprechen könnten...

Marie Antoinette (1755-1793), die legendäre Königin von Frankreich, die bereits im zarten Alter von 14 Jahren mit Ludwig XVI. verheiratet wurde, ist eine der schillerndsten Figuren, die je in Versailles lebten. Die Königin und ihr Gefolge verbrachten viel Zeit in den riesigen Sälen des Palastes, um die Unterhaltung des Hofstaats zu organisieren. Die Die Blumenbegeisterung der Königin (zu ihren Favoriten gehörten Hyazinthen, Tulpen, Flieder, Lilien, Mohnblumen, Veilchen und Iris) lässt sich an der Fülle dekorativer Blumen erkennen, mit denen die königlichen Gemächer geschmückt sind: von Vorhängen und Tapeten bis hin zu den Mustern auf Polstermöbeln und Decken. Durch seine Opulenz im Rokoko-Stil und die extravaganten floralen Dekorationen ein wahrhaft standesgemäßer Palast, für eine außergewöhnliche Königin und ihre geschichtstragende Rolle passt.

plays-with-needles.blogspot.com

Atemberaubende Hommage an die Dekoration

Eine atemberaubende Ode an Mode und Natur, mit vergoldeten Blütenblättern und prachtvollem Juwelenbesatz. Als ob Dolce und Gabbana ein Fest für Mutter Natur inszeniert hätten, bei dem jede einzelne Blüte aufwändig verziert und königlich behandelt wird.

Herausgeber: Michelle Duijn

Vergessene exotische Blüten:

Diese exotischen Blüten lassen uns von neuen Abenteuern und fernen Orten träumen, die nur darauf warten, entdeckt zu werden.
1. Die Inkalilie (Alstroemeria), deren Stiele bis zu 1,5 Meter hoch werden können, stammt aus Südamerika. Sie besticht durch wunderschöne Blüten in vielen Rot-, Orange- und Grüntönen, die häufig eine Blütenzeichnung aus dekorativen dunklen Flecken aufweisen.
2. Der Brandschopf heißt mit botanischem Namen Celosia (das Wort stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „brennen”) und ist berühmt für seine feurigen Farben. Die Pflanze wächst im ostafrikanischen Hochland und ist dort unter dem Swahili Namen „mfungu” bekannt.
3. Die Kängurupfote (Anigozanthos) mit ihren langen Stielen und den leuchtenden samtigen Blüten wächst nur in den trockenen, sandigen Regionen Westaustraliens_______.

Illustrationen von Edith Rewa

Nach der Blüte

Diese eleganten Blüten stammen aus der Ayako Tanaka Dry Flower Arrangement School in Kobe (Japan), einer Schule in der das Binden von Trockenblumen vermittelt wird. Durch den Einsatz frisch getrockneter Blüten erlernen die Schüler, wie Blüten unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen Formeigenschaften kunstvoll und sorgfältig arrangiert werden können. Die Schule wird von der Floristikkünstlerin Ayako Tanaka geleitet, die sich auf filigrane Trockenblumenarrangements mit verführerischer, beruhigender und inspirierender Wirkung spezialisiert hat. Ihre Arbeiten vermitteln Ruhe und Frieden zugleich und beweisen eindrucksvoll, dass die Schönheit von Blumen nicht mit ihrer Blüte endet.

atelier-at.com

Fröhliche Blätter

Das zentrale Thema in Sarah Illenbergers Werkreihe „Wonderplants” sind große, freundlich wirkende Blätter, die mit bunten DIY-Materialien verziert wurden. Im Rahmen eines persönlichen Kunstprojekts sammelte die Künstlerin während einer sechswöchigen Reise nach Portugal unterschiedliche Blätter und bearbeitete diese anschließend mit Hilfsmitteln, die vor Ort zu Verfügung standen. Anschließend wurden die Werke vor passenden Hintergründen fotografiert. „Meine Idee war ein Projekt, bei dem ich ausschließlich auf lokal verfügbare Ressourcen zurückgreifen wollte. Pflanzen, Sticker und Klebeband aus lokalen Schreibwarenläden und Baumärkten waren daher meine erste Wahl”, erläutert Sarah. „Im Laufe der Zeit habe ich weitere Blätter aus den botanischen Gärten in Porto und Lissabon zusammengetragen und diese mit geometrischen Formen geschmückt. Dabei habe ich mich von portugiesischen Fliesen und afrikanischen Stoffen inspirieren lassen.”

sarahillenberger.com

 

Art déco-Oase

Beim Betreten der „Bar Botanique” in Amsterdam fühlt man sich umgehend in eine andere Zeit versetzt: eine Ära voll romantischer Grandezza, exotischer Abenteuer und fantastischer Träume. Dieses großartige Art-Deco-Paradies beeindruckt durch unzählige Palmen, Philodendren, Farne und Monsteras, abgerundet durch ein lebendiges Interieur in Mintgrün, Apricot und Gold. Restaurant und Bar sind den ganzen Tag geöffnet, um Gäste mit französisch-mediterranen Imbissen, Drinks oder einem exquisiten Abendessen zu verwöhnen; eine verlockende tropische Oase mitten in der Stadt.

barbotanique.nl

Die Bedeutung der Natur

Dieses Buch besticht durch einen wunderschönen Art déco-Einband: die Flora Symbolica aus dem Jahr 1869. Dieses alte Sammlerstück enthält zahlreiche Illustrationen, Gedichte und Texte und gehört zur „Commons Collections” der neuseeländischen Nationalbibliothek.

Impressionistische Blüten

Stanley Bielens intime Ölgemälde zeigen lebendige Blüten und Früchte vor samtig-satten Hintergründen, die eine ganz eigene meditative Atmosphäre erzeugen. Der Künstler mit polnischen Wurzeln absolvierte sein Studium an der Pennsylvania Academy of Fine Arts, lebt derzeit in Philadelphia und lehrt am Fleisher Art Memorial des Philadelphia Museum of Art. Bielens Arbeiten sind in den Sammlungen des Hirshorn Museums, von CBS Television und Goldman Sachs vertreten, denn seine Gemälde erinnern an die späten Stillleben von Edouard Manet. Mit satten, lockeren Pinselstrichen und einem einfachen Bildaufbau fängt Bielen eine intime und spirituelle Seite von Pflanzen und Blumen ein, er lässt seine Motive in sanftem Licht baden und verpackt sie in transparent schimmernde Farben.

stanleybielen.com

Botanische Lordschaften

Danke, Jungs. Allessandro Michel (Kreativdirektor Gucci) und Dries van Noten sind in unseren Augen persönlich für all die inspirierende Blütenpracht verantwortlich, die wir im nächsten Sommer zu Gesicht bekommen_______.

Catwalk-Bilder: Jeroen Snijders