#15 Serenade in BlauPortfolio

01 Portfolio

Blau
   erblühend

Blau
   erblühend

Mutig, farbenfroh und faszinierend. Die abstrakten Blumenbilder von Georgia O'Keeffe zeigen eine Art starker weiblicher Spannung, die klar und einnehmend ist. Aber vor allem sind sie sehr authentisch_______.

02 Portfolio

Über Georgia O'Keeffe

Georgia O'Keeffe (1887 - 1986) war eine der ersten Malerinnen, die weltweit Anerkennung bei Kritikern und beim allgemeinen Publikum fand. Die amerikanische Malerin schuf innovative impressionistische Bilder, die die Wahrnehmung des Betrachters vor eine Herausforderung stellte und die sich im Laufe ihrer Karriere ständig weiterentwickelten. O'Keeffes Lebenswerk wird noch heute vor allem mit ihren ikonischen Blumenbildern in Verbindung gebracht.

03 Portfolio
„MEINE ART ZU ARBEITEN BERUHT AUF SPONTANEITÄT UND DER INSPIRATION DURCH DEN MOMENT______“.
04 Portfolio
05 Portfolio
06 Portfolio

Blumenensemble

Calla
Rose
Iris
Blaue Prunkwinde
Mohn
Jasmin
Campsis

„NIEMAND SIEHT EINE BLUME — WIRKLICH — SIE IST SO KLEIN, UND WIR HABEN KEINE ZEIT — DOCH SEHEN KOSTET ZEIT.“.
07 Portfolio
08 Portfolio

Georgia war der Auffassung, dass, wenn man Blumen in großem Maßstab darstellte, ihre Schönheit nicht ignorieren dürfe.

G

Georgia wusste schon mit 12 Jahren, dass sie Künstlerin werden wollte. Sie ging auf eine Kunstschule, doch was ihr dort beigebracht wurde, schien für die Art und Weise, wie sie malen wollte, nicht relevant zu sein. Dann, 1912, entdeckte sie die revolutionären Ideen eines Künstlers und Designers namens Arthur Wesley Dow. Er betonte die Bedeutung der Komposition – also die Anordnung von Formen und Farben innerhalb eines Werkes. Wie O'Keeffe erklärte: „Er hatte die Idee, Dinge einfach auszudrücken, einen Raum auf wunderbare Weise zu füllen.“ Diese Sichtweise war ein Aha-Moment für die Künstlerin und sie begann von da an mit Formen, Farben und Markierungen zu experimentieren.

Blüten im Großformat

In den 1920er Jahren traf Georgia auf andere Künstler, die wie sie mit abstrakter Kunst experimentierten. Sie wollten nicht nur originalgetreue Abbildungen zeigen, sondern setzten Farben, Formen und Pinselführung auf ungewöhnliche Weise ein, um Bedeutungen, Ideen und Gefühle auszudrücken. Dies ermutigte Georgia, ihren eigenen, einzigartigen Stil zu entwickeln - eine Kombination aus abstrakter und realistischer Malerei. Ihre Arbeit verlagerte sich auf Ölgemälde, die wie stark vergrößerte Abbildungen der Natur erschienen. 1925 wurde ihr erstes großes Blumenbild in New York City ausgestellt. „Petunia“ markierte den Beginn einer Periode, in der sie sich der Erkundung des Blumenthemas verschrieb, die sie während ihrer gesamten Karriere fortsetzen sollte.

Ikonische Gemälde

Durch die starke Vergrößerung ihres Motivs, betonte Georgia Form und Farbe und machte auf die winzigen Details innerhalb der Blüte aufmerksam. So wurde die Blüte zu einem Motiv, zu dem Georgia O'Keeffe im Laufe ihres Lebens immer wieder zurückkehrte. „Wenn man eine Blume in die Hand nimmt und sie sich wirklich anschaut, ist dies für einen Moment deine ganze Welt“, sagte sie einmal. Während ihre Arbeit zwischen tatsächlichen Porträts, Abstraktionen und Landschaften variierte, wird O'Keeffes Werk heute noch immer in erster Linie mit ihren ikonischen Blumenbildern in Verbindung gebracht. „Niemand sieht eine Blume - wirklich - sie ist so klein und wir haben keine Zeit - doch Sehen kostet Zeit, so wie es Zeit braucht, sich jemanden zum Freund zu machen.“

Sexuelle Symbole

In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre war der Durchbruch für O'Keeffe geschafft. Mit ihren Close-ups von Blüten, über die noch immer geredet wurde, hinterließ sie einen bleibenden Eindruck. Die Art und Weise, wie O'Keeffe eine Blüte malte, war völlig neu. Das Herz der Blüte stand dabei im Mittelpunkt, als sei die Darstellung aus der Perspektive einer Biene gezeichnet worden, wie ein Kritiker kommentierte. „Ich habe entschieden, dass man beim Malen großformatiger Blüten, ihre Schönheit nicht ignorieren darf“, sagte O'Keeffe. Das Echo darauf fiel wieder sehr unterschiedlich aus: Neben sehr positiven Rezensionen gab es auch viel Kritik. In einer Zeit, in der die Theorien von Freud sehr populär waren, sahen viele O'Keeffes aufsteigende Blumen als überfrachtete sexuelle Symbole. Obwohl eine solche Interpretation von der Künstlerin selbst abgelehnt wurde, gibt es bis heute Kunsthistoriker, die mehrdeutige, sexuelle Symbole in O'Keeffes Bildsprache sehen.

Intuitiv und natürlich

Obwohl es sich wohl um die bekannteste Darstellungsweise von O'Keeffe handelt, zeigt ihr umfangreiches Werk eine viel größere Vielfalt als diesen einen Stil, für den sie so bekannt ist. O'Keeffe blieb in ihrem Werk und Leben ihrer eigenen Vision kompromisslos treu. Wenn sie versuchte, ihre Intuition zu unterdrücken, um eine Auftragsarbeit fertigzustellen, hatte sie Probleme damit und zog sich immer wieder auf das zurück, was sich vertraut und natürlich anfühlte. Genau aus diesem Grund wurde sie zu einer der wichtigsten und innovativsten Blumenkünstlerinnen des 20. Jahrhunderts____________.

.

Text
Rosanne Loffeld

Gemälde
Georgia O'Keeffe