#12 Green sanctuaryPortfolio

01 Joséphine de Beauharnais

Grüne
Zuflucht

02 Joséphine de Beauharnais

Nach der Rettung vor der Guillotine lebte Madame Napoleon nur noch für ein Ziel: Sie wollte ein grünes Paradies für die Sinne erschaffen, voller atemberaubender Farben und köstlicher Düfte. Lass dich mitreißen von ihrer obsessiven Pflanzenbegeisterung und der nicht endenden Jagd nach neuen Pflanzen – sogar auf feindlichem Gebiet_______.

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04 Joséphine de Beauharnais

Wir kennen Joséphine de Beauharnais als Kaiserin von Frankreich und Ehefrau Napoleons, aber vor allem war sie die Frau, die die Gärten des kaiserlichen Château de Malmaison bei Paris in einen botanischen Lustgarten verwandelte.

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Auf Malmaison gab es Wasserläufe und Springbrunnen, und die vielen exotischen Pflanzenarten waren in Gesellschaft afrikanischer Gazellen, sich schwingender Affen, grasender Lamas und freilaufender Straußvögel zu sehen. Wie ein exotischer Traum, der Wirklichkeit geworden ist.

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Joséphine pflegte einen engen Kontakt zu verschiedenen Entdeckungsreisenden wie Nicolas Baudin und Alexander von Humboldt und wickelte sie mit ihrem Charme so um den Finger, dass sich die Wissenschaftler für die Erfüllung ihres botanischen Traumes einspannen ließen.

„WENN ICH DIE FARBEN DES KAKTUS STUDIERE, FÜHLE ICH MICH GLÜCKLICHER, ALS WENN ICH VON DER GANZEN OPULENZ UNSERES PALASTES UMGEBEN BIN________.”
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In einem riesigen Gewächshaus rekonstruierte sie die üppige karibische Vegetation aus ihrer Kindheit. Mit berauschenden Düften und einer unvergleichlichen Farbenpracht.

Pflanzen

Begonie, Dieffenbachia, Strelizia, Haworthia, Echinocactus.

1799, während Napoleons monatelanger Abwesenheit vor seinem Zug durch Ägypten, kaufte seine Frau Joséphine Château de Malmaison. Noch bevor sie den Kaufvertrag unterschrieb, träumte sie von schönen, blühenden Gärten, mit exotischen Tieren und großen Gewächshäusern voller tropischer Früchte. Hier würde sie sich ihr Martinique aufbauen – ihr Kaiserrreich. Rund um das imposante Landgut aus dem 17. Jahrhundert, direkt vor den Toren von Paris, schuf sie, mit Hilfe des Landschaftsgärtners Louis-Martin Berthault, einen beeindruckenden und bezaubernden Park, dessen extravagante Schönheit ihr den Titel „Rosenkaiserin” einbrachte. Die anspruchsvolle Kaiserin hatte klare Vorstellungen von der Verwirklichung ihres Traumes und überwachte den Aufbau des üppigen Parks äußerst streng. Er sollte englisch werden, aber mit einem sinnlichen, romantischen Touch. Und natürlich einer kräftigen Portion Extravaganz. Es gab Wasserläufe und Springbrunnen und die vielen exotischen Pflanzenarten waren in Gesellschaft afrikanischer Gazellen, sich schwingender Affen, grasender Lamas und freilaufender Straußvögel zu sehen. Ein exotischer Traum, der Wirklichkeit geworden ist.

JOSÉPHINES LIEBE FÜR PFLANZEN UND DIE BESESSENHEIT SICH EINEN EIGENEN GRÜNEN ZUFLUCHTSORT ZU SCHAFFEN, HABEN IHREN URSPRUNG IN DER SEHNSUCHT NACH IHRER JUGENDZEIT_______.

Pflanzenjagd

Joséphine hatte einen äußerst ehrgeizigen Sammeltrieb hinsichtlich ihrer Pflanzenkollektion und ließ sich dabei von niemandem Steine in den Weg legen. Die Tatsache, dass sich Frankreich in den Jahren, in denen Joséphine auf Pflanzenjagd war, mit dem Rest Europas im Krieg befand, hinderte sie nicht daran, ihre Träume zu verwirklichen. Botaniker, die auf Napoleons Expeditionen mitreisten, schickten Hunderte von Pflanzensamen nach Paris. Diplomaten und Offiziere hatten den Befehl, Pflanzen und Stecklinge aus allen eroberten Gebieten in die Gärten von Malmaison zu schicken. Und Schiffe mit Sendungen für Joséphine hatten als einzige freie Fahrt durch die Kriegsgebiete auf See. Zwischen 1803 und 1814 wurden so Hunderte von Pflanzenarten nach Europa eingeführt. Und Joséphine leistete echte Pionierarbeit bei deren Aufzucht.

Immerwährende Blüte

Die Rose war Joséphines Lieblingsblume. Die üppig wuchernden Klettersorten für Rosenlauben und Spaliere kamen gerade in Mode und passten perfekt zu dem Bild, das sich Joséphine in ihrem Kopf ausmalte. Da die rund fünfzig Arten, die in Europa bekannt waren, nur einmal im Jahr blühten, suchte die Kaiserin auf der ganzen Welt nach Exemplaren, die sie länger bezaubern konnten. Reisende aus China brachten die freudige Nachricht, dass es dort Rosen gab, die das ganze Jahr über blühten. Es wurden weder Kosten noch Mühen gescheut und schließlich Dutzende exotische Sorten geliefert, im Park und in den Gewächshäusern eingepflanzt und kultiviert. Malmaison wurde so zu einem botanischen Garten mit außergewöhnlichem Ruf. Josephines Rosensammlung erlangte beeindruckende Ausmaße. Dieser Erfolg veranlasste den Kaiser zu dem berühmten Ausspruch: „Ich gewinne Schlachten, Joséphine gewinnt Herzen.“

Grünes Heiligtum

Joséphines Liebe für Pflanzen und die Besessenheit sich einen eigenen grünen Zufluchtsort zu schaffen, haben ihren Ursprung in der Sehnsucht nach ihrer Jugendzeit. Mit fünfzehn Jahren hatte sie ihre Heimat verlassen und sie sehnte sich nach der Fülle und Wärme der Tropen. Deshalb ließ sie in Malmaison ein riesiges, fast tausend Quadratmeter großes Gewächshaus bauen. Dieser grüne Zufluchtsort konnte bis zu fünf Meter hohe Pflanzen beherbergen. Hier rekonstruierte sie die üppige karibische Vegetation aus ihrer Kindheit. Mit berauschenden Düften, unvergleichlicher Farbenpracht und einer feuchtwarmen Atmosphäre. Mehr als dreihundert Pflanzen aus der Südsee-Region wuchsen hier zum ersten Mal auf europäischem Boden. Dazu gehörten luxuriöse Pfingstrosen, Magnolien und Mimosen. Es wird sogar behauptet, dass die Hortensie nach ihrer Tochter benannt wurde.

Berühmter Rosengarten

Als Napoleon sich aus politischen Gründen im Jahr 1809 von Joséphine trennte, schenkte er ihr Malmaison. Sie erhielt eine jährliche Summe von 5 Millionen Francs und verfügte nun über ausreichende finanzielle Mittel, um Haus und Garten zu erhalten. Wie es damals in Fürstenhäusern üblich war, verewigte der Hofmaler Pierre-Joseph Redouté, auf ihre Einladung hin, Teile ihrer Blumen- und Pflanzensammlungen in reich illustrierten, exklusiven Büchern (Florilegia). Diese Zeichnungen sind noch heute weltberühmt. Sie stellen die letzte Erfassung einer ruhmreichen Pflanzensammlung dar, die nur dank der ausgeprägten botanischen Leidenschaft von Joséphine de Beauharnais alias „Die Rosenkaiserin“ entstehen konnte_______.

Text
Rosanne Loffeld

Bild
1. Josephine de Beauharnais (23 Juni 1763 - 29 Mai 1814), 1801, durch François Gérard (Hermitage), 2. Craig Cramer, 4. Henri-François Riesener, 5. Minh T. , 6. Pierre-Paul Prud'hon, 7. Hortense Bonaparte (1815) durch Fleury-François Richard, 3. und 8. Satoshi Kawamoto @greenfingersmilano, 9. Ron Taylor Studio, 10. und 11. Gemälde von Joséphine (1763-1814), durch Appiani Andrea (1754-1817), aus 1797.